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Hemmer 37

Heimat für Generationen

 2 August Stöppler und sein Werdegang

Durch die Auseinandersetzung mit dem Entnazifizierungsbericht [Link] (vom 24.11.1946) aus dem Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, konnte ich seinen persönlichen Werdegang gut nachvollziehen. Hilfreich waren auch die persönlichen Dokumente, die ich von Marianne Roger, geb. Stöppler erhalten habe. Marianne war das Patenkind von August Stöppler. Durch diese Unterlagen ist bekannt geworden, welchen Werdegang er vor dem Krieg hatte, welchen Organisationen er angehörte, wo er im Krieg stationiert war, seine Verwendung im Krieg und vieles mehr. Daher ist dieser Bericht ein großer Bestandteil der Hausarbeit. Dieser Bericht schafft Klarheit und zeigt, dass er nicht Angehöriger der SS oder NSDAP gewesen war.

August Stöppler ist am 30.12.1915 in Rinkerode geboren.

Nachdem er 1930 mit 15 Jahren die Volksschule in Rinkerode abgeschlossen hatte, begann er eine Lehre als Maler, die er 1933 beendete. Bis zum 01.09.1935 war er weiterhin als Geselle bei seiner Ausbildungsfirma. 1934 trat er in die DAF (Deutsche Arbeitsfront) ein. Die DAF entstand nach der Zerschlagung der Gewerkschaften. [Bild 3] Eine Mitgliedschaft war zwar freiwillig aber erwünscht, sie war keine Gewerkschaft im herkömmlichen Sinne, sondern diente der NSDAP die Arbeiterschaft politisch zu kontrollieren und der Ideologie näher zu bringen. Sie vertrat die Vorstellung, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen zum Wohl des Volkes arbeiten sollten. Außerdem waren den Mitgliedern Lohnverhandlungen oder Streiks untersagt. Mit rund 25 Millionen Mitgliedern war es die größte Massenorganisation in der NS- Zeit.

Am 01.10.1935 begann er seinen Reichsarbeitsdienst. [Bild 4] Der RAD entstand aus dem Freiwilligen Arbeitsdienst der Weimarer Republik, wurde 1935 eingeführt und war für alle ab dem 01.10.1935 verpflichtend. Dort wurde für mindestens sechs Monate unter anderem Landwirtschaftsarbeit, Straßen- und Deichbauarbeit geleistet. Die Arbeit galt aber auch der nationalsozialistischen Indoktrinierung. [Link]

So gab es bei dem RAD militärähnliche Ränge und wurde Schritt für Schritt mehr der Kriegsfront oder dem Bau von Stellungen gewidmet, zum Beispiel Hilfseinheiten an der Front.

Am 01.04.1936, nach sechs Monaten Verpflichtung, schied August aus dem RAD  aus und arbeitete vom 15.04 bis zum 20.09.1936 bei „Pickart und Stumpe“, als Malergehilfe auf der Junkerstraße in Münster. Am 01.10.1936 begann sein militärischer Werdegang in Quakenbrück als Unteroffizier in der Fliegerausbildung. Diese schloss er dreieinhalb Jahre später am 31.03.1940 als Unteroffizier ab. Woraufhin er am 01.04.1940 als Unteroffizier zur 1. Fallschirmjägerdivision unter Oberst Heidrich kam. Am 28.09.1940 erhielt August Stöppler seine Verleihungsurkunde [Bild 6] als Fallschirmschütze und zwei Tage später seine Bestallung [Bild 5] in der 1. Fallschirmjägerdivision und dem 1. Bataillon als Feldwebel. Damit wurde er als Zugführer der Truppe eingesetzt. Ein Jahr später wurde er zum Oberfeldwebel befördert. Am 15.09.1942 kam er von Stendal zur Ostfront nach Russland. [Link] Im Laufe des Feldzuges wurde seine Division am 02.04.1943 nach Italien verlegt. Dort war die Division unter anderem für ein Verhindern eines Vormarsches der Alliierten zuständig. Dabei kam es zum Beispiel zu den berühmten Schlachten um Monte Cassino. Kurz vor den Schlachten wurde er Ende 1943 zum Fahnenjunker befördert [Link]. Nach dem Truppenausweis am 01.12.1943 zum Hauptfeldwebel. [Bild 7]

Beide Dienstränge gleichzeitig widersprechen sich . Es könnte sein, dass August Stöppler mit der Ernennung zum Fahnenjunker die Möglichkeit des Zugangs zur Offizierslaufbahn eröffnet werden sollte, ohne den Rang eines Hauptfeldwebels zu verlieren. Wann er schließlich zum Leutnant befördert wurde, geht aus den Unterlagen nicht eindeutig hervor. Im Entnazifizierungsbericht steht der 02.11.1944, jedoch ist auf seinem Ausweis der 20.04.1945 verzeichnet. Unterschrieben wurde das Dokument vom Hauptmann und Kompaniechef der Truppe, wobei der Name nicht ganz erkennbar ist. Zum Ende des Krieges wurde August Stöppler einen Tag vor der endgültigen Kapitulation von den Amerikanern in Südtirol gefangen genommen. [Bild 8]


Bild 3
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Bild 8