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Hemmer 37

Heimat für Generationen

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Geschichte des Hauses

1841 kauft Wilhelm Stöpeler vom Amt Wolbeck, zu dem Rinkerode seinerzeit gehört, den „Grundstreifen die Fahrt genannt“ für „Zweihundert ein und Neunzig Thalern Zehn Silbergroschen“.

Dieser Verkauf wird am 24.08.1841 genehmigt.

Diese 290 rthr [Reichsthaler] 10 sgr [Silbergroschen] muss Wilhelm Stöpeler binnen 6 Monaten bezahlen. Sein älterer Bruder Johann Stöpeler (*1795) hat sich für ihn verbürgt. Er war Zimmermeister in der Bauerschaft Delstrup, wie aus dem Kirchenbucheintrag seines Todes 1858 hervorgeht.

Wilhelm Stöpeler hat zur Zeit des Grundstückskaufs schon in Rinkerode gelebt, da seine Kinder Christina Elisabetha und sein Sohn Johann Wilhelm bereits 1836 bzw. 1838 in Rinkerode geboren wurden. Im Kirchenbuch wird W. Stöpeler bei der Geburt seiner Kinder als Schreiner Wilhelm Stöppel verzeichnet. Die dort angegebene Anschrift ist „Bauerschaft Altendorf (z. Borg)“.

 1843 wird Wilhelm Stöppel die Erlaubnis erteilt, auf seinem „angekauften Grundstück, Fahrt genannt, 3 Morgen 23 Quadrat-Ruhten 75 Quadrat-Fuß groß“ ein Haus zu bauen. Fakten zu diesem Haus liefert die Wertermittlung, die Wilhelm jun. (*1871) nach dem Tod seiner ersten Frau Elisabeth geb. Ribbeheger erstellen ließ:

Das Wohnhaus No 37 ist 12,25 m lang, 8,80 m breit und 3,80 m hoch und aus Steinfachwerk mit Brettergiebeln unter gedocktem Ziegeldach erbaut, und enthält, Küche, Keller, 2 Wohn und 3 Schlafzimmer, Tenne und Stallung. Baulicher Zustand mittelmäßig.

Anbau am Wohngebäude ist 3,00 m lang, 3,00 m breit und2,00 m hoch ist ebenfalls aus Steinfachwerk erbaut und enthält 1 Werckstätte.

Der Schoppen ist 12,75 m lang, 5,00 m breit und 2,60 m hoch.

Die eine Endwand ist massiv ausgeführt, sonst ist er aus Steinfachwerk unter gedockten Ziegeln erbaut, und enthält Stallung und Backraum. Baulicher Zustand mittelmäßig.

Der Holzschoppen ist 10,00 m lang, 6,00 m breit und 2,50 m hoch.

Die eine Seitenwand ist aus Steinfachwerk aufgeführt, sonst Bretterverschalung. Baulicher Zustand kaum mittelmäßig.

 Dieses Haus brennt im Juni 1918 ab. Die Brandchronik der Feuerwehr erwähnt den Brand.

Der Neubau wird ab September desselben Jahres errichtet. Grundrisse und Ansichten aus der Zeit sind nicht erhalten.

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Im Jahr 1989 modernisieren Elisabeth und Herbert Uhlenbrock das Gebäude und bauen den Gebäudeteil mit der Tenne für ihre Familie zu einem Wohnhaus um. Der Architekt fertigt Grundrisse und Ansichten an, die nahezu dem Originalzustand des Hauses von 1918 entsprechen.

Die Baubeschreibung erstellt der Nachbar Joseph Sanders [später Delcour] am 09.09.1918:

Das Wohnhaus besteht aus 1 Stockwerk mit Dachzimmern u. wird ringsum massiv. Höhe und sonstige Maaße sind in der Zeichnung zu ersehen. Abort befindet sich im Nebengebäude. Das Bauholz besteht aus Tannenholz. Die Balken werden 10*20, Sparren 10*14, Kehlbalken 10*12, Pfosten 12*12 cm stark. Das Dach wird mit Falzziegel eingedeckt. Das Mauerwerk wird rundum isoliert.

Fläche des Holzfußbodens beträgt 144 qm. Küche, Waschküche u. Kellerfußböden bestehen aus Beton oder Platten. Die Scheidewände des Dachgeschosses werden laut Vorschrift aus Schwemmsteinen hergestellt.

Der ungefähre Kostenanschlag beträgt nach den heutigen Preisen 15.000 Mark.

Bemerkungen: Entlastungshalber der Balken über Küche ist ein Unterzug von 10 · 20 cm stark vorgesehen.

 Am Bau beteiligt waren der Bauunternehmer J. Sanders, der Zimmermann Th. Watermann, der Schmied und Wagenbauer Anton Rosendahl und der Klempner Heinrich Dresemann. Die Holzhandlung Laudenbach & Göwert lieferte das Bauholz.

 Am 10. März 1919 stellt die Polizeiverwaltung des Amtes Wolbeck den Bauschein zur Errichtung eines Stallgebäudes aus.