3 Familiäre Lage in der NS -Zeit im Haus Hemmer 37
Aufgewachsen ist August Stöppler dann mit seinen 15 Geschwistern in Hemmer 37.
Ein Kind starb damals bereits 1908 wenige Tage nach der Geburt. August hatte 12 Brüder und 2 Schwestern. Der Älteste der Geschwister war der Vater meiner Oma, Bernhard Stöppler. Neun der Männer waren im Krieg, zwei davon sind im Zuge des Krieges gefallen. Daher kann man aus dem Zeitungsartikel [Bild 12] aus dem Anhang entnehmen, dass die Familie Stöppler als Soldatenfamilie betitelt wurde. In diesem Artikel wird über die Familie berichtet, welche Auszeichnungen und Ränge die Stöpplers haben. Dabei wurden die meisten schon bereits mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dieses Abzeichen wurde verliehen für militärische Leistungen beziehungsweise Tapferkeit im Kampf.
Der 2. Weltkrieg bestimmte ganz wesentlich das Leben und Sterben in der Familie Stöppler. Auf den Fotos aus dieser Zeit sind fast immer Soldaten in Uniform abgebildet. Ein Bild ist sehr interessant. Da ist der Vater Wilhelm Stöppler mit der Uniform seines Sohnes August Stöppler [Bild 11 Seite 2.1] abgebildet. Offensichtlich war er auch stolz auf seine Söhne. Er selbst hatte in den 1880er Jahren einen dreijährigen Wehrdienst geleistet und war später aktiv im Kriegerverein Rinkerode. Wilhelm Stöppler verstarb plötzlich am 01.01.1941. Auf seiner Todesanzeige sind alleine sechs Söhne verzeichnet, die zu diesem Zeitpunkt im Krieg waren.
Johann (Hans) Stöppler verstarb am 23.03.1944 südöstlich von St. Petersburg. Das Totenbild, das in der Regel während des Trauerseelenamtes in der Kirche verteilt wurde, beinhaltet großes Gottvertrauen und spricht von einem „Heldentod“, eine damals gängige Bezeichnung, wenn ein Soldat im Krieg gefallen war. Ein besonders bewegendes Dokument ist der Brief [Bild 13a/b] seines Bruders Franz, der sehr ausführlich über die Todesumstände und die Beerdigung in Russland berichtete.
Felix Stöppler wurde seit dem 02.07.1944 an der Beresina (im heutigen Belarus) vermisst. Am 17.05.1951 wurde er zum 31.12.1945 für tot erklärt. Eine aktuelle Nachfrage bei der Gräbersuche des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge verlief negativ. [Erfahren in Gesprächen mit meinem Opa]